Die Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung

Der Gemeinderat beschloss am 23. März 2006, vorerst keinen der sechs Schulstandorte zu schließen. Ferner sollte eine Arbeitsgruppe gebildet werden, um die Grundschulentwicklungsplanung für die Gemeinde zu erstellen.

Ziele der Arbeitsgruppe

Bis zum Ende des 1.Schulhalbjahres 2006/2007 (31. Januar 2007) Entwicklung eines sachorientierten und tragfähigen Konzeptes zur zukünftigen Entwicklung der Grundschulen in der Gemeinde. Als wichtig wurden dabei der Informationstransfer, die Transparenz und die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen sowie die konstruktive Mitarbeit engagierter Elternvertretungen erachtet.

Die Arbeitsgruppe ist kein Beschlussgremium. Die Arbeitsgruppe soll eine Empfehlung an den Gemeinderat geben. Entscheidungen über die zukünftige Grundschullandschaft werden letztendlich vom Gemeinderat getroffen.

1. Konstituierende Sitzung am 15. Juni 2006

Teilgenommen an der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe haben

  1. die Schulleiter/innen der Ilseder Grundschulen,
  2. Elternvertreter aller Grundschulen (Mike Wallis für die GS Groß Ilsede),
  3. Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, sowie
  4. Ratsmitglieder der verschiedenen politischen Fraktionen.

Hinweis: Der Ratsbeschluss erlaubt – soweit nötig - die Teilnahme von externen Beratern.

Eine Vorstellungsrunde der Teilnehmer diente dazu, sich gegenseitig kennen zu lernen und einen ersten Meinungsaustausch durchzuführen. Diese Vorstellungsrunde erlebte teilweise heftige Diskussionen über die jeweiligen Erwartungen an die Arbeitsgruppe sowie über die Frage, ob gemäß des noch gültigen Konsolidierungskonzeptes der Gemeinde die angestrebte Einsparung von EUR 120.000 zwangsläufig bei den Grundschulen zu realisieren sei. Dies war von einem SPD-Mitglied behauptet worden. Das selbe SPD-Mitglied vertrat den Standpunkt, dass man daher zwangsläufig nicht um Schulschließungen herumkomme.

Des Weiteren wurden erste Ideen über die zukünftige Grundschullandschaft ausgetauscht. Die Bildung von Schulverbänden (von jeweils 2 oder 3 Schulstandorten) unter Berücksichtigung der jeweiligen pädagogischen Konzepte wurde von mehreren Teilnehmern angeregt. Damit könnten wahrscheinlich Synergieeffekte erzielt werden. Ferner sprach sich eine Mehrzahl der Mitglieder für ein endgültiges und beständiges Grundschulkonzept aus. Die Notwendigkeit, im Rahmen der Entwicklungsplanung Einsparungen zu erzielen, wurde von allen Teilnehmern akzeptiert. Nur eine Gruppenmitglied sprach sich für Einsparungen in Höhe von EUR 120.000 aus, welche zwangsläufig zu Schulschließungen führen müssten.

Fazit: Letztendlich setzt sich die Arbeitsgruppe die Aufgabe, Vorschläge und Maßnahmen zu erarbeiten, die die Erhaltung der jetzigen sechs Schulstandorte unter Ausnutzung aller möglichen Einsparpotentiale ermöglichen und gleichzeitig die Qualität der Schulversorgung nicht gefährden.

Abstimmungsverfahren: Entscheidungen werden mehrheitlich getroffen.

Tagungsrhythmus: Die Arbeitsgruppe trifft sich alle 4 Wochen.

2. Sitzung am 13. Juli 2006
Schulbesichtigung der Grundschule Bülten

3. Sitzung am 31. August 2006
Schulbesichtigung der Grundschule Solschen und der Außenstelle Groß Bülten

4. Sitzung am 7. September 2006
Diskussionsrunde: Zwischenstand der Schulbesichtigungen sowie Gesprächsrunde

5. Sitzung am 5. Oktober 2006
Schulbesichtigung der Grundschulen in Klein Ilsede und Ölsburg

6. Sitzung am 2. November 2006
Schulbesichtigung der Grundschule Groß Ilsede

Absage der 7. Sitzung am 30. November 2006

Diese Sitzung wurde überraschenderweise von dem neuen Bürgermeister, Herrn Brandes kurzfristig abgesagt, ohne neuen Terminvorschlag.

Laut Herrn Brandes soll ein Diskussions- und Strategiepapier intern vorbereitet werden, jedoch ohne Beteiligung der Elternvertreter! Das Papier soll der Arbeitsgruppe später vorgelegt werden.

Diese Vorgehensweise wurde von den Elternvertretern abgelehnt, da sie eine Rückkehr zur „Politik hinter verschlossenen Türen“ bedeutete. Deshalb wurde Herrn Brandes im Dezember 2006 stellvertretend für alle Elternvertreter der Arbeitsgruppe ein Protestschreiben übersandt, in dem Bedenken und Befürchtungen formuliert wurden:

Protestschreiben

Der Protestbrief wurde von Herrn Brandes nur indirekt und teilweise beantwortet, indem Herr Brandes in einem an alle Mitglieder der Arbeitsgruppe adressierten Schreiben formulierte:

Ich kann Ihnen versprechen, dass ich mit Ihnen sachliche und kritische Diskussionen zur Erarbeitung einer Empfehlung für eine Ilseder Grundschulentwicklungsplanung führen möchte“.

Brief an die Arbeitsgruppenmitglieder

Protest bei der Ratssitzung

Die Elternvertreter der Arbeitsgruppe äußerten ihre Kritik über die Vorgehensweise des Bürgermeisters auch bei der nächsten Ratssitzung am 12. Dezember 2006. Sie forderten nicht nur, dass die Arbeitsgruppe ohne weitere Zeitverzögerungen ihre Arbeit wieder aufnimmt, sondern auch – wie ursprünglich vorgesehen - eine aktive Einbindung der Elternvertreter in die Arbeit der Arbeitsgruppe.

Die Presse berichtete über die Sitzung:

Presse 29 & 30

Drei Monate später: Die Arbeitsgruppe nimmt ihre Arbeit wieder auf

Nach eine Sitzungsunterbrechung von mehr als 3 Monaten trat die Arbeitsgruppe endlich am 1. März 2007 zu ihrer 7. Sitzung wieder zusammen. Die Elternvertreter warteten gespannt auf die von Herrn Brandes erarbeitete Arbeitsgrundlage. Die vorgelegten Unterlagen waren jedoch äußerst enttäuschend. Es handelte sich lediglich um Prognosen über die zukünftigen Schülerzahlen an den sechs Schulstandorten, mit dem Hinweis, dass die Schülerzahlen in den nächsten 5-6 Jahren sinken würden.

Dann überraschte Herr Brandes die Anwesenden allerdings mit einem fertigen Konzept/Modell: Die Schulstandorte Solschen und Groß Bülten sollten geschlossen werden. Ferner sollten in Ölsburg zukünftig die Schüler der 3.+4. Klassen aus Ölsburg, Bülten, Groß Bülten und Solschen beschult werden, während die Beschulung der 1.+2. Klassen dieser Ortschaften in Bülten erfolgen sollte. Mit Bezug auf Groß und Klein Ilsede sah das Modell die Beschulung der 1.+2. Klassen in Klein Ilsede und der 3.+4. Klassen in Groß Ilsede vor.

Wir kritisieren u.a. die folgenden Punkte:

  1. Wahlkampfversprechen wurden gebrochen
    Im Wahlkampf, wie auch im Rahmen der Arbeitsgruppe, hatte Herr Brandes mehrfach wiederholt, dass für ihn derzeit keine Schulschließungen in Frage kommen würden. Das wurde schnell vergessen! Jetzt sollen gleich zwei Schulstandorte geschlossen werden.


  2. Alle Grundschüler sollen mit Bussen kreuz und quer durch die Gemeinde transportiert werden
    Unter dem Brandesmodell müssen alle Grundschüler zwei bzw. die Solschener und Groß Bültener sogar vier Jahre ihrer vierjährigen Grundschulzeit als Fahrschüler absolvieren.

    Herr Brandes begründet sein Modell mit pädagogischen Argumenten. So soll zum Beispiel die Konzentration der 1.+2. Klassen an einem Ort fernab von älteren Schülern (Bildung von „Kuschelschulen“) vorteilhaft sein. Die Groß und Klein Ilseder Eltern lehnen die Isolierung der kleinsten Schüler mit großer Mehrheit ab und sehen die Schülertransporte zwischen den Ortschaften als überflüssig an!


  3. Das Brandesmodell wurde ohne Beteiligung der Elternvertreter erstellt
    Trotz wiederholter Zusagen des Bürgermeisters, mit den Elternvertretern zusammenzuarbeiten, ist genau das passiert, was wir die ganze Zeit befürchtet haben: Politik hinter verschlossenen Türen ohne Beteiligung der Elternvertretern! Also ein weiterer Wortbruch...

Der Bürgermeister brachte zudem noch einen großen Zeitdruck ins Spiel. Er forderte, dass die Arbeitsgruppe bereits bei ihrem nächsten Treffen eine gemeinsame Empfehlung abgeben sollte. Gleichzeitig mahnte er Vertraulichkeit über das in der Arbeitsgruppe Besprochene an, dass heißt die Elternvertreter durften ihren Eltern nicht berichten! Dieser „Maulkorb“ der Arbeitsgruppenmitglieder gegenüber der Presse und den Eltern wurde in der darauffolgenden Sitzung der Arbeitsgruppe wieder aufgehoben. Herr Brandes bestand im Übrigen darauf, dass es ihn nie gegeben hätte... Der Anruf eines Vertreters der Gemeinde, der an die Vertraulichkeit der in der Arbeitsgruppe erlangten Informationen erinnerte, bei dem Gemeindeelternvertreter kurz vor einer Zusammenkunft der Elternvertreter der Grundschulen und Kindergärten, auf der über die neuen Entwicklungen berichtet werden sollte, ist allerdings Fakt.

Arbeitsgruppe kann sich nicht auf ein gemeinsames Konzept einigen

Bei der folgenden 8. Sitzung der Arbeitsgruppe am 14. März 2007 wurden zwei weitere Modelle vorgestellt bzw. präzisiert:

Modell 2 (Politische Gruppe bestehend aus CDU / FBI / Grüne / FDP)

    a) Erhalt der Grundschule Groß Ilsede mit Bildung einer Außenstelle Klein Ilsede. Klassen 1 bis 4 in jedem Ort. Keine Schülertransporte zwischen denn Ortschaften.
    b) Erhalt der Grundschule Ölsburg.
    c) Erhalt der Grundschule Solschen mit dem Standort Groß Bülten
    d) Zuerst offen blieb die Zukunft der Grundschule Bülten. Eine zeitnahe Entscheidung war vorgesehen*.

* Später gab die Politische Gruppe bekannt, dass aufgrund der niedrigen Schülerzahlen in Bülten die Schließung der dortigen Grundschule befürwortet werde.

Modell 3 (Elternvertreter)

    a) Erhalt der Grundschule Groß Ilsede mit Bildung einer Außenstelle Klein Ilsede. Klassen 1 bis 4 in jedem Ort. Keine Schülertransporte zwischen denn Ortschaften.
    b) Erhalt der Grundschule Ölsburg mit Bildung von Außenstellen in Solschen, Groß Bülten und Bülten.

Somit standen drei konkurrierende Modelle zur Diskussion. Erwartungsgemäß konnte die Arbeitsgruppe keine gemeinsame Empfehlung an den Schulausschuss geben.

Auf Vorschlag der politischen Gruppe sollten die Modelle in den Ortschaften auf Informationsveranstaltungen vorgestellt werden, um die Meinungen der Eltern und Bürger einzuholen.

Die Modelle werden der Öffentlichkeit präsentiert

  • Die Eltern in Groß Ilsede (insbesondere Grundschule und Kindergarten) wurden über die drei Modelle Informiert:
    Elternbrief
  • Die Eltern und Bürger wurden zu Informationsveranstaltungen in den Ortschaften eingeladen. Für die Eltern in Groß und Klein Ilsede ist die Veranstaltung am Freitag, den 13. April (19.30 Uhr):

    Einladung (13.04.07)

    Anwesend sein werden:
    - Der Ilseder Bürgermeister Herr Brandes
    - Vertreter der politischen Parteien (CDU / FBI / FDP / Grüne / SPD)
    - Die Elternvertreter der Grundschulen in Groß Ilsede und Klein Ilsede.

 

Ergebnis der Informationsveranstaltung: Bürgermeister Brandes ändert sein Modell

Die öffentliche Informationsveranstaltung mit ca. 120 Besuchern begann mit einer Überraschung – der Bürgermeister zog sein „Schülertransportmodell“ (Busfahrten zwischen Groß Ilsede und Klein Ilsede) wieder zurück! Damit verfolgten Elternvertreter, die „ politische Gruppe“ sowie der Bürgermeister alle dasselbe Modell (die SPD-Fraktion hat weiterhin keine Aussage treffen können…), wonach die Grundschulen in Groß Ilsede und Klein Ilsede (als Außenstelle) bestehen bleiben. Laut Aussage des Bürgermeisters hat die Landeschulbehörde sein „Schülertransportmodell“ nicht bewilligt. Deshalb seine Kehrtwende, leider nicht der Einsicht wegen

Die darauf folgende Diskussionsrunde erwies sich deshalb weniger kontrovers als erwartet. Bedenken einiger Klein Ilseder Eltern, dass die Schule als Außenstelle jetzt gefährdet sei, wurden von den anwesenden Politikern und dem Bürgermeister zurückgewiesen mit der Aussage, dass das im Gemeinderat zu beschließende Grundschulkonzept einen Bestandsschutz bis 2012 beinhalte. Danach sollen die Schülerzahlen überprüft und neu beschlossen werden.

Die Presse berichtete über die Veranstaltung: Presse 36

 

Letzte Sitzung der Arbeitsgruppe

Die letzte Sitzung der Arbeitsgruppe (19. April 2007) endete – wie erwartet – ohne eine gemeinsame Empfehlung für den Schulausschuss zu beschließen. Die Fronten zwischen den verschiedenen Gruppierungen hatten sich zuletzt verhärtet, so dass ein Kompromiss nicht mehr möglich war. Die Elternvertreter wurden nicht in die letzten wichtigen Gespräche mit den politischen Fraktionen als Verhandlungspartner eingebunden bzw. akzeptiert. Das störte letztendlich das Vertrauensverhältnis und verhinderte das Erreichen einer gemeinsamen Lösung.  

Presse 37

 

Schulausschusssitzung endet ohne Ergebnis

Die Schulausschusssitzung (2. Mai 2007) war ein Sitzungsmarathon, mit einer dreistündigen Debatte (!) über die zukünftige Grundschullandschaft. Während der Fortbestand der Grundschule Groß Ilsede (mit der Außenstelle Klein Ilsede) im Beschlussvorschlag der Verwaltung von allen Ausschussmitgliedern befürwortet wurde, waren die Hauptstreitthemen die drohende Schließung der Grundschule in Bülten im August 2007 sowie die mögliche Schließung der Außenstellen in Klein Ilsede, Solschen und Groß Bülten in 2011.

Die Sitzung wurde ohne Ergebnis / Empfehlung beendet… 

Presse 38                 Presse 39                 Beschlussvorlage    

 

Zweite Schulausschusssitzung

Bei der darauf folgenden Sitzung konnte der Bürgermeister seinen Beschlußvorschlag nicht durchsetzen. Stolperstein blieb die Zukunft der Grundschule Bülten. Der alternative SPD-Vorschlag, die Schule erst im August 2008 (anstatt im August 2007) zu schließen, bekam eine 5 zu 4 Stimmenmehrheit. Der Erhalt der Grundschule Groß Ilsede (mit Außenstelle Klein Ilsede) wurde von allen Ausschussmitgliedern befürwortet.

Presse 40

Hiernach folgte das letzte Kapitel der Ilseder Schuldiskussion – die entscheidende Sondersitzung des Gemeinderates am 24. Mai 2007 (siehe Button auf der Homepage / Startseite, unten links)

 
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